Freitag, 17. April 2009

Leserbrief zum Thema Ärztefinanzen und Gesundheitssystem (veröffentlicht)

Man fragt sich, wo die Prioiritäten liegen und wo sie liegen sollten.
Da werden 1,6 Milliarden € Kosten veranschlagt, um eine
Gesundheitskarte einzuführen, deren Nutzen bestenfalls als umstritten
bezeichnet werden kann. Es bestehen große Bedenken, was eine weitere
Sammlung von überaus privaten Daten für den Datenschutz bedeuten
könnte. Die Kosten, die wie bei jedem Großprojekt sicherlich erheblich
höher liegen werden, sollen auch noch zum Teil von den Ärzten selbst
getragen werden. Ärzten, denen auch das Geld im Endeffekt in der
Bezahlung fehlen wird, das die Krankenkassen zu dem Großprojekt
beitragen, da es jenen wiederum fehlt, um die ärztlichen Etats zu
erhöhen. Warum ein Arzt einen Etat haben muss, erschließt sich mir
noch weniger: Wenn nunmal kranke Menschen da sind, muss ein Arzt auch
dafür bezahlt werden, sie zu behandeln.
Wenn ich mir anschaue, dass die Menschen, die die Verantwortung für
die Gesundheit von vielen Menschen tragen, um Ihre Existenz bangen,
während Vorstände von z.T. maroden und heruntergekommenen Banken
Millionenbeträge verdienen, frage ich mich, ob die soziale
Marktwirtschaft wirklich das Adjektiv in ihrem Namen verdient hat.